ein Austauschprogramm für junge Fachkräfte aus Mittel- und Südosteuropa

Die Bundeszentrale für politische Bildung und die Robert Bosch Stiftung vergeben 20 Stipendien an junge Fachkräfte der politischen Bildung / Civic Education aus Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.



Das Programm

qualifiziert Fachkräfte, die bei der Vernetzung der politischen Bildung in Europa mitwirken wollen. 8 bis 10 Wochen lang hospitieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer deutschen Bildungsinstitution. Sie arbeiten mit ihren deutschen Kollegen und Kolleginnen zusammen und knüpfen Kontakte für künftige grenzüberschreitende Kooperationen. Während der Hospitation entwickeln die Stipendiaten und Stipendiatinnen ein Projekt zur gesellschaftlichen oder politischen Situation in ihrem Heimatland. Dieses setzen sie mit Unterstützung ihrer Gastinstitution im Rahmen der Aktionstage politische Bildung, der bedeutendsten Kampagne für politische Bildung in Deutschland, um. Das Projekt wird mit bis zu 3.000 € gefördert. Fester Bestandteil des Programms sind ein Einführungsseminar, ein Zwischentreffen sowie eine Abschlussveranstaltung.

Profil der Bewerber/innen

- hauptamtliche oder freiberufliche Tätigkeit in der politischen oder
gesellschaftlichen Bildung (civic education)
- Lebensmittelpunkt in: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen,
Polen, Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und
Ungarn
- Staatsbürgerschaft eines der genannten Programmländer
- 25 bis 30 Jahre, in Ausnahmefällen auch bis 35 Jahre
- überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft und Selbständigkeit
- gute Deutschkenntnisse
- Hochschulabschluss oder vergleichbare Qualifikation

Das Stipendium umfasst

- Hospitation in einer Institution der politischen Bildung in Deutsch-
land
- Unterkunft und Verpflegung, bis zu 160 € / Woche
- Taschengeld in Höhe von 80 € / Woche
- Nach Absprache mit der Programmkoordination kann ggf. eine
Familienzulage gewährt werden.
- Reisekosten nach Deutschland und zu den Fortbildungen
- Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung
- Einführungs-, Mid-Term und Abschlussseminar in Deutschland
(26. bis 29.09.2009, 31.01.2010 bis 3.02.2010 sowie im Mai
2010)
- Teilnahme an der NECE – Konferenz (voraussichtlich im
Dezember 2009): Übernahme von Reisekosten und Teilnehmer-
gebühr
- Vernetzung mit weiteren Programmen der Robert Bosch Stiftung
sowie der Bundeszentrale für politische Bildung

Es wird erwartet...



...dass der/die Stipendiat/in sich im Vorfeld über die Profile der
ausgesuchten Gastinstitutionen kundig macht und bereit ist, sich mit seinem/ihrem Projekt in den Jahresplan der Institution einzubringen. Wir weisen darauf hin, dass die Gastinstituion auch in ländlichen Regionen gelegen sein. Es wird zudem erwartet, dass die Teilnehmer an der NECE Konferenz bereit sind, einen aktiven Beitrag im Zusammenhang mit der Konferenz zu leisten (kurzer Bericht, ggf. Interviews mit Teilnehmenden o.ä.).

Die Bewerbung ist bis zum 15.Mai 2009 mit folgenden Unterlagen zu Händen
der Programmkoordinatorin Christiane Toyka-Seid einzureichen:

- Europäischer Lebenslauf
- Nachweis über die Tätigkeit in einer Einrichtung für politi-
sche/gesellschaftliche Bildung im Heimatland (in Englisch oder
Deutsch)
- Im Falle einer festen Anstellung: Unterstützungsschreiben der
Einrichtung, mit der das Beschäftigungsverhältnis besteht
- Essay zum Thema politische Bildung (max. 3 Seiten)
- Skizze einer Projektidee für die Aktionstage politische Bildung
(1 Seite)

Bewerbungen sind ausschließlich per E-Mail an folgende Adresse einzurei-
chen:

Bundeszentrale für politische Bildung
Frau Christiane Toyka-Seid
Programmkoordination
Politische Bildung in Aktion
E-Mail: bpb-inaktion@gmx-de

Bitte konsultieren Sie bei weiteren Fragen auch die Homepage
www.bpb.de/in-aktion, dort finden Sie weitere Hinweise und Erläuterungen
(FAQs) zum Programm und zur Bewerbung.

Erläuterungen (FAQs)

Aktionstage politische Bildung
Die Aktionstage Politische Bildung wurden in Deutschland anlässlich des vom Europarat für 2005 ausgerufenen Europäischen Jahres der Demokratieerziehung aus der Taufe gehoben und finden seitdem jährlich statt. Ziel der Aktionstage ist es, durch den gebündelten Auftritt in einem bestimmten Zeitraum die Aufmerksamkeit in der deutschen und der europäischen Öffentlichkeit darauf zu lenken, dass politische Bildung in demokratischen Gesellschaften eine wichtige Rolle spielt.
Die Aktionstage Politische Bildung wollen möglichst viele zivilgesellschaftliche Akteure, auch Schülerinnen und Schüler oder Bürgerinitiativen, zur Mitarbeit im politischen Bildungsbereich motivieren. Sie finden vom 5. Mai bis zum 23. Mai 2010in ganz Deutschland, in Österreich und dem deutschsprachigen Teil
Belgiens statt.
http://www.bpb.de/veranstaltungen/1ZCU7Y,0,Aktionstage_Politische_Bildung
_2009.html

Essay
Im Essay kann eine der folgenden Fragen beantwortet werden. Bitte verwen-
den Sie praktische Beispiele aus Ihrer Erfahrung:
- Welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht die politische Bildung in der Demo-
kratie?
- Was verstehen Sie unter politischer Bildung?
- Was kann / soll eine grenzüberschreitende / europäische politische
Bildung leisten?
- Welche Rolle spielt die politische Bildung in Ihrer Heimat bei der Her-
ausbildung und Weiterentwicklung der Zivilgesellschaft?

Europäischer Lebenslauf
Ein von der Europäischen Kommission entwickeltes Standardformular, in dem
Ausbildung, berufliche Erfahrungen und sonstige Qualifikationen dokumentiert werden. Ein Download findet sich unter
http://europass.cedefop.europa.eu/europass/home/hornav/Downloads.csp.
Bitte in deutscher oder englischer Sprache einreichen.

Familienzulage

Nach Absprache mit der Programmkoordinatorin kann Stipendiaten/Stipendiatinnen mit Kindern ein Zuschuss in Höhe von bis zu 150 € pro Monat gewährt werden. Eine beglaubigte Übersetzung der Geburtsurkunde
muss vorgelegt werden.

Gastinstitutionen
Die Gastinstitutionen sind Einrichtungen der politischen Bildung, die sowohl in ländlichen wie in städtischen Gebieten Deutschlands tätig sind. Stipendiatinnen und Stipendiaten, die für das Programm ausgewählt wurden, erhalten von der Programmkoordinatorin die Namen von zwei Institutionen, die zu ihrem Profil passen. Hospitant/in und Gastinstitution nehmen danach Kontakt auf. Sie entscheiden sich einvernehmlich für einander. In der Gastinstitution wird ein/e Betreuer/in für die Stipendiatin/ den Stipendiaten als Ansprechpartner/in benannt. Gemeinsam vereinbaren Stipendiat/in und Ansprechpartner/in in der Gastinstitution ein Projekt, das während der Aktionstage Politische Bildung im Mai 2010 durchgeführt wird.

Programmkoordinatorin

Die Programmkoordinatorin ist für alle Fragen, die den Ablauf des Stipendiums betreffen, Ansprechpartnerin für die Stipendiaten und Stipendiatinnen sowie die Gastinstitutionen. Sie sucht in Rücksprache mit der bpb und der RBS die in Frage kommenden Gastinstitutionen aus.

Hospitation/Stipendium
Das Stipendium beginnt mit dem Einführungsseminar, zum dem auch die Be-
treuer/innen aus den Gastinstitutionen eingeladen werden. Im Anschluss an
das Einführungsseminar treten die Stipendiaten/innen die Hospitation an. Sie lernen auf dem Einführungsseminar ihre/n Betreuer/in persönlich kennen und verbringen in der Regel im Anschluss daran mindestens eine Woche in der Gastinstitution, um diese kennenzulernen und das Projekt gemeinsam mit dem/der Ansprechpartner/in zu präzisieren. Die weiteren 7 Wochen werden in bis zu zwei Etappen aufgeteilt. Die genauen Anwesenheitszeiten vereinbaren Gastinstitution und Stipendat/in miteinander. Sie setzen die Programmkoordinatorin davon in Kenntnis.

Die Hospitation kann, wenn dies für die Projektdurchführung notwendig ist, um zwei Wochen verlängert werden. Die Verlängerung erfolgt in Absprache zwischen Hospitant/in, Gastinstitution und Programmkoordinatorin. Es wird erwartet, dass die Stipendiaten/innen während der Aktionstage politische Bildung (5. bis 23. Mai 2010) ihr Projekt in Deutschland durchführen.


Nachweis der Bewerber/innen über die Tätigkeit in einer Einrichtung für
politische/gesellschaftliche Bildung

Die Bewerber/innen müssen eine Bescheinigung in deutscher oder englischer
Sprache vorlegen. Der Nachweis muss durch die Leitung der Einrichtung im
Heimatland unterschrieben und mit Stempel versehen werden. In dem Nachweis soll die Länge der Beschäftigung, die Art (haupt- oder freiberuflich) sowie eine kurze Beschreibung der Tätigkeit aufgeführt werden.
Bei Bewerber/innen in einem festen Arbeitsverhältnis ist außerdem ein
Schreiben einzureichen, mit dem bestätigt wird, dass der Arbeitgeber das
Stipendium unterstützt und bereit ist, die Hospitantin / den Hospitanten für die erforderliche Zeit freizustellen und ermöglicht, an allen Teilen des Programms teilzunehmen.

NECE - Konferenz
Akteure und Expert/innen der politischen Bildung aus den alten und neuen
EU-Ländern tauschen sich im Rahmen der NECE-Konferenz (Networking European Citizenship Education) über Formen, Themen und Methoden ihrer Arbeit aus. Ziel des Kongresses ist der Aufbau und die Vertiefung von Partnerschaften sowie die Vernetzung von Kulturen und Ideen, von intellektuellen Strömungen und Diskursen. Die nächste NECE Konferenz findet voraussichtlich im Dezember 2009 statt. Die Teilnahme ist freiwillig. Diejenigen Stipendiaten und Stipendiatinnen, die an der NECE-Konferenz teilnehmen, verpflichten sich, einen eigenen Beitrag zur Konferenz oder über die Konferenz zu erstellen. Dies erfolgt in Absprache
mit der Programmkoordinatorin.
http://www.bpb.de/themen/NL4E3C,0,0,Networking_European_Citizenship_E
ducatio

Projekt
Ziel des Projektes ist es, die deutsche Öffentlichkeit im Rahmen der Aktions-
tage politische Bildung über das Herkunftsland der Stipendiatinnen zu informieren. In diesem Sinne soll das Projekt ein mit dem Herkunftsland verbundenes politisches oder gesellschaftliches Thema in den Mittelpunkt stellen. Das Projekt kann einen Bezug zur Tätigkeit in der Heimat haben. Die Stipendiat/innen sollen bestehende Kontakte für die Durchführung des Projektes nutzen.
Für das Projekt kommen viele verschiedene Themen und Formate (z.B. Se-
minar, Diskussion, kulturelle Veranstaltung, Festival etc.) in Frage. Die Stipendiatinnen können das Thema und das Format aufgrund ihres Interesses
und ihrer Erfahrungen frei wählen. Sie stimmen sich dabei mit der Gastinstitution ab, da das Projekt in den Jahresplan der Gastinstitution eingepasst werden muss. Da die Vorbereitung für das Projekt weitgehend im Rahmen der Hospitation erfolgt, muss der zeitliche Rahmen übersehbar sein.

Projektfinanzierung
Für die Durchführung stehen insgesamt 3.000 € zur Verfügung. Das Geld wird von der Gastinstitution verwaltet und kann auf der Grundlage eines Kosten- und Finanzierungsplans in Absprache mit der Gastinstitution für das Projekt eingesetzt werden. Das Geld wird bei der Bundeszentrale für politische Bildung direkt beantragt.

Projektskizze
Die Skizze soll auf einer Seite folgende Fragen beantworten: Um was für ein Projekt handelt es sich (z.B. Seminar, Diskussion, kulturelle Veranstaltung, Festival, etc.)? Welches Thema (kurze Beschreibung) hat das Projekt? (Welche Zielgruppe möchte man mit dem Projekt erreichen? Welche Schritte sind für die Projektdurchführung geplant? Wie viel Zeit wird voraussichtlich für die Vorbereitung benötigt?

Teilnahme am Einführungs-, Mid-Term- und Abschlussseminar
Mit der Annahme des Stipendiums verpflichten sich die Stipendiaten und Stipendiatinnen, an allen drei Veranstaltungen teilzunehmen. Die Teilnahme an der NECE - Konferenz ist freiwillig, wird jedoch empfohlen. Das Einführungsseminar findet vom 26.09. bis 29.09.2009, das Mid-Term-Seminar vom 31.01. bis 3.02.2010 und das Abschlussseminar im Mai 2010 statt. Vertreter/innen der Gastinstitutionen werden jeweils mindestens einen Tag an den Seminaren teilnehmen.

Unterkunft und Verpflegung

Unterkunft und Verpflegung können in der Regel durch die Gastinstitutionen
gestellt werden. In diesem Fall werden die Kosten bis zu 160 € / Woche di-
rekt an die Gastinstitution überwiesen. Sollte die Gastinstitution keine Unterkunft und Verpflegung anbieten können, so unterstützt sie den/die Stipendiaten/in bei der Unterkunftssuche. Das Stipendiengeld für Unterkunft und Verpflegung erhält dann die Gastinstitution zur Auszahlung an den/die Stipendiat/in.